Jazzgitarren

einstiegsbild-jazz-4.jpg

Archtops gelten zu Recht als die grösste Herausforderung im Gitarrenbau. Was gibt's Schöneres als eine handgestochene, elegant gewölbte Decke oder einen ebensolch gearbeiteten Boden! Diese Rundungen, diese Spiegelungen!

Aber Statik, Klang und Eleganz unter einen Hut zu bringen ist eine Kunst an der man leicht scheitern kann... und richtig schwierig wird's, wenn man sich von der etwas behäbigen konventionellen Form verabschiedet und enge Radien ins Spiel bringt. Nichts bricht leichter beim Biegen als ein stark geflammtes Holz! Aber wir sind ja bekannt für das Überlisten sämtlicher Hindernisse und vielfach braucht es lediglich mehr Zeit und Geduld… und ja, ab und zu auch ein paar Zargensätze mehr als geplant :-)

 

Zeit und Geduld erfordert es auch bei den Details, viele im Inneren der Gitarre und nicht sichtbar, einige auf der Gitarre und trotzdem erst auf den zweiten oder dritten Blick erkennbar, wie zum Beispiel der massive Ebenholz Steg, der akribisch an die Deckenwölbung angepasst wird und so den Klang und die Ansprache viel schneller und voller als ein üblicher verstellbarer Steg auf die Decke überträgt. Beim konventionellen Steg werden die Saitenschwingungen zuerst über zwei dünne Gewindeschrauben und vielfach auch noch auf zwei flexible Füsse übertragen. Deshalb ist eigentlich klar, dass der Klang so irgendwo darin verloren geht.

Auch unser Saitenhalter ist nicht wie meist üblich an einer Kunststoffsaite oder an einer Metallaufhängung montiert. Inspiriert von den traditionellen japanischen Holzverbindungen ( und Gamben) fixieren wir unseren Saitenhalter an einem exakt passenden Holzgegenstück. So geht die Übertragung von Holz zu Holz, was in unseren Augen das Ehrlichste und Beste ist.

Um ein Brummen bei elektrischer Verstärkung zu vermeiden braucht es eine Saitenerdung...einfach bei einer Metallhalterung. Bei einer Saitenaufhängung aus Holz lassen es die meisten weg -  mit zumTeil bösen Überraschungen an einem Konzert. Wir arbeiten eine Erdung in die Halterung ein, aufwändiger, aber unsichtbar.

Nicht zu vergessen auch unser umgekehrtes Schlagbrett, ebenfalls eine unserer Innovationen. Üblicherweise wird das Schlagbrett, meist auch noch riesengross, mit einer Ausladung Richtung Korpusmitte montiert. Historisch kann das mit der damaligen Spielweise begründet werden, wo die Gitarristen sich unverstärkt gegen ein Orchester durchzusetzen versuchten und so richtig fest reinhauen mussten, darum auch «Schlag»brett. Heute aber spielen die wenigsten Jazzgitarristen auf diese Art und darum hat sich das Schlagbrett auch zum heutigen Fingerrest, der Finger-Orientierungs-Hilfe, gewandelt. Wir haben das Ganze jetzt umgedreht, d.h. schmale Seite nach hinten, was nicht nur viel besser mit der Form des Saitenhalters korrespondiert, sondern auch den Vorteil hat dass die F-Löcher unbedeckt sind und sich so der Klang der Gitarre unbehindert entfalten kann! Dass es am Hals angemacht ist und nicht auch noch die Decke berührt ist da fast schon selbstverständlich.

Ebenfalls schwebend auch der Tonabnehmer, aus dem gleichen Holz wie der Fingerrest. Und die fast unsichtbaren Regler sind auch dort angebracht.

Apropos F-Löcher:
Die meisten Jazzgitarren haben solche, wir nicht…:-)

Die Form kommt ja aus dem Streichinstrumentenbau und wird so fröhlich immer weiterverwendet. Obwohl nichts weiter von der Deckenanregung entfernt ist wie eine Jazzgitarre von einer Violine. Aber der wahre Grund ist, dass solche F-Löcher bei einer Jazzgitarre mit der Oberfräse gefräst werden können. Was in fünf Minuten geht. Die «F-Löcher» unserer Massari Archtop zum Beispiel brauchen zwei Tage zur Vollendung...

Noch kurz zum Holz: Da wir im 2015 ja auch schon unser 35 Jahre Jubiläum feiern, ist mit vielen Tonholzhändler eine jahrelange Freundschaft entstanden. Viele rufen mich an, wenn etwas ganz Spezielles auftaucht, da sie wissen, dass ich nur das Beste suche und kaufe….und auch nicht um den Preis handle.

Ich will einfach das Beste. Oder zumindest was ich als Bestes anschaue. Oft sind es die nicht «normalen» Stücke, die uns begeistern und inspirieren. Und so hat sich über all die Jahre ein schönes Holzlager ergeben..:-)

Unsere Modelle

...weiter

Massari limited edition

...weiter

Gringobeat Archtop


...weiter

Nouveaux Ray

...weiter

Jazzability Archtop